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USA

Der US-Zweitmarkt für Risikolebensversicherungen (US Life Settlements).


Die USA sind mit einem Prämien-Anteil von knapp 22 Prozent der weltweit größte Markt für Lebensversicherungen und daher auch der global bedeutendste Lebensversicherungszweitmarkt. Bei den auf dem US-Zweitmarkt veräußerten US Life Settlements handelt es sich um reine Risikolebensversicherungen, die üblicherweise einen lebenslangen Versicherungsschutz bieten. Zudem verfügen einige Policen über einen Sparanteil und stellen demnach eine Mischform aus einer deutschen Risikolebensversicherung sowie Kapitallebensversicherung dar. 

Weit über die Hälfte aller US-Lebensversicherungspolicen werden vom Versicherten vorzeitig gekündigt, was das enorme Potential des US-Zweitmarktes verdeutlicht. Da in den USA eine Lebensversicherung primär der Absicherung individueller Risiken wie zum Beispiel der Absicherung der Familie oder des eigenen Unternehmens bei Todesfall oder der Finanzierung von Nachlasssteuern dienen, hat der Versicherungsnehmer bei einer Veränderung seiner persönlichen Lebenssituation, z.B. durch Scheidung oder Verkauf des Unternehmens, häufig kein Interesse mehr an der Vertragsfortführung. Anstatt die Police zu stornieren und nur einen niedrigen oder gar keinen Rückkaufswert zu erhalten, erzielen die Versicherten mit dem Verkauf ihrer Police bei einem Verkauf auf dem Zweitmarkt im Durchschnitt das 7-fache* des vom Versicherer gebotenen Rückkaufswertes. Angesichts permanent steigender Krankheitsvor- und versorgungskosten wird der Zweitmarkt daher auch in Zukunft eine immer wichtiger werdende Rolle spielen.

Funktionsweise des US-Zweitmarktes

Beim Ankauf einer US-Lebensversicherungspolice auf dem Zweitmarkt erwerben Investoren vom Versicherten eine auf den Todesfall abgeschlossene Police. Der Käufer wird nach dem Kauf bei der Versicherungsgesellschaft als neuer Eigentümer und Begünstigter registriert, übernimmt die Prämienzahlungsverpflichtungen und erhält bei Eintritt des Versicherungsfalls (Tod des Versicherten) die Versicherungssumme ausbezahlt. Zum Zeitpunkt der Investition in die Police steht die Höhe der Ablaufleistung definitiv fest; der Zeitpunkt der Auszahlung jedoch ist unbestimmt, da er vom Eintritt des Versicherungsfalls abhängig ist. Um die Lebenserwartung des Versicherten so präzise wie möglich einschätzen zu können und eine Policenbewertung zu ermöglichen, wird von speziellen US-Gutachtern, so genannten Life Expectancy Providers,  auf Basis aktueller medizinischer Unterlagen des Versicherten dessen voraussichtliche verbleibende Lebenserwartung festgestellt.

* lt. einer Studie des U.S. Government Accountability Office aus dem Jahr 2010